Diese Seite erzählt die Geschichte von meinem Opa Johann Stubbe, geb. 17.01.1914 in Rhede (Ems) im II. Weltkrieg

Originalbild der Familie
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Johann Stubbe, geb. 17.01. 1914 in Rhede (Ems) mit seiner Frau Veronika.
Der Zweite Weltkrieg dauerte vom 1. September 1939 bis zum 2. September 1945 und war der größte und blutigste Konflikt der Menschheitsgeschichte, ausgelöst durch den Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen. Über 60 Staaten waren beteiligt, und schätzungsweise 60 bis 70 Millionen Menschen verloren ihr Leben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg
Anmerkung des Autors und Seitenbetreibers:
Aktuell befindet sich diese Seite in der Entwicklung und Nachforschung. Ich werde alle neu gewonnenen Erkenntnisse hier fortführend aktualisieren.
Der Weg meines Großvaters Johann Stubbe
Dieses Foto zeigt meine Großeltern Johann und Veronika Stubbe.
Als der Zweite Weltkrieg begann, ahnte niemand, welche tiefgreifenden Folgen dieser Krieg für ihre Familie haben würde. Wie Millionen anderer Menschen wurden auch Johann und Veronika Stubbe in Ereignisse hineingezogen, die ihr weiteres Leben nachhaltig prägten.
Während Johann Stubbe als Soldat an der Ostfront eingesetzt war und später in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet, kämpfte seine Familie in der Heimat ums tägliche Überleben. Die Sorge um seinen Verbleib begleitete sie über Jahre hinweg. Gleichzeitig erreichte der Krieg auch das Emsland.
Zwischen dem 15. und 17. April 1945 wurde Rhede (Ems) zum Schauplatz schwerster Kämpfe zwischen deutschen und alliierten Truppen. Innerhalb von nur drei Tagen kamen mehr als 80 Menschen – Soldaten ebenso wie Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder – ums Leben.
Die Zerstörung war verheerend. Rund 90 Prozent des Ortes wurden vernichtet. Damit gehörte Rhede zu den am stärksten zerstörten Gemeinden des Emslandes und zählte auch deutschlandweit zu den Orten mit den höchsten Zerstörungsraten der letzten Kriegswochen. Viele Familien verloren Angehörige, ihre Häuser oder ihre gesamte Existenz.
Für die Familie Stubbe bedeutete das Kriegsende jedoch noch lange keinen Frieden. Während die Heimat in Trümmern lag und der Wiederaufbau begann, befand sich Johann Stubbe weiterhin in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Es folgten mehrere Jahre Zwangsarbeit im oberschlesischen Steinkohlenbergbau, wo er bei einem Grubenunglück schwer verletzt wurde und ein Auge verlor. Erst Anfang 1948 durfte er nach Deutschland zurückkehren.
Seine Heimkehr wurde für Familie und Nachbarschaft zu einem bewegenden Ereignis. Am Bahnhof in Aschendorf wurde Johann Stubbe mit Pferd und Wagen empfangen. Der festlich geschmückte Wagen brachte ihn anschließend auf Neuengland, wo Familie, Freunde und Nachbarn ihn nach Jahren der Ungewissheit endlich wieder in die Arme schließen konnten.
Diese Dokumentation erzählt den Weg meines Großvaters – von seiner Einberufung über seine Einsätze an der Ostfront, seine Verwundungen, die sowjetische Kriegsgefangenschaft und die Zwangsarbeit bis zu seiner Heimkehr. Sie basiert auf Originalunterlagen des Bundesarchivs, des Deutschen Roten Kreuzes, der Arolsen Archives sowie weiterer nationaler und internationaler Archive. Ziel ist es, seinen Lebensweg möglichst vollständig und historisch nachvollziehbar zu dokumentieren und zugleich an das Schicksal einer Generation zu erinnern, deren Erlebnisse bis heute nachwirken.

Militärischer Werdegang
Nach dem derzeitigen Forschungsstand diente Johann Stubbe während des Zweiten Weltkriegs nacheinander in folgenden Einheiten:
chronologischer Überblick:
| Jahr | Einheit / Ereignis |
|---|---|
| 1939 | 1. Kompanie Grenzwacht-Regiment 6 (Grenzschutz-Abschnitts-Kommando VI) |
| 1940 | 1. Kompanie Grenzwacht-Regiment 6 (Grenzschutz-Abschnitts-Kommando VI) |
| 1940–1941 | 6. Kompanie Landesschützen-Bataillon 487 |
| 1941 | 1. Kompanie Feld-Ersatz-Bataillon 6 |
| 1941 | 1. Reiter-Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 6 |
| 1943 | 1. Schwadron Reiterverband Boeselager |
| 1943 | Fahr-Kolonne 5/6 |
| 1943–1944 | Fahr-Schwadron 1/6 |
| 1944 | 2. Kompanie Feld-Ersatz-Bataillon 6 |
| Januar 1945 | Nach dem derzeitigen Forschungsstand Gefangennahme während der Kämpfe am Weichselbogen |
| 1945–1948 | Sowjetische Kriegsgefangenschaft (durch Unterlagen des Deutschen Roten Kreuzes dokumentiert) |
| 1945–1948 | Zwangsarbeit im oberschlesischen Steinkohlenbergbau; genaue Grube Gegenstand laufender Archivforschungen |
| Anfang 1948 | Rückkehr nach Deutschland (durch Unterlagen des Deutschen Roten Kreuzes dokumentiert) |
Quellen: Bundesarchiv (Erkennungsmarkenverzeichnisse und Veränderungsmeldungen der Wehrmacht), Deutsches Rotes Kreuz – Suchdienst sowie weitere nationale und internationale Archivbestände. Die Jahresangaben geben den derzeitigen Forschungsstand wieder und werden bei neuen Archivfunden fortlaufend ergänzt.

KI-unterstützt
Sein letzter bislang nachgewiesener Dienstgrad war Unteroffizier.
Die Entwicklung dieser Verbände spiegelt zugleich den Wandel der deutschen Wehrmacht an der Ostfront wider. Aus den Reiter-Schwadronen der Infanteriedivisionen entstand im Winter 1942/43 zunächst der Reiterverband Boeselager, aus dem später das Kavallerie-Regiment Mitte hervorging. Johann Stubbes militärischer Werdegang lässt sich eindeutig in diese organisatorische Entwicklung einordnen.
Einsatz an der Ostfront
Die 6. Infanterie-Division gehörte zu den Verbänden der Heeresgruppe Mitte und war an zahlreichen Kämpfen an der Ostfront beteiligt.

Deutsche Artilleriepferde während der Rasputiza an der Ostfront, Frühjahr 1942. Die aufgeweichten Straßen machten den Nachschub und den Transport von Geschützen oft nahezu unmöglich.
Foto: Bundesarchiv, Bild 101I-289-1091-26 / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons).
Während der sowjetischen Großoffensive Operation Bagration im Sommer 1944 erlitt die Division schwerste Verluste und wurde nahezu vollständig vernichtet. Anschließend erfolgte ihre Neuaufstellung.
In den letzten Kriegsmonaten kämpfte die Division im Raum südlich von Warschau am Weichselbogen. Während der sowjetischen Weichsel-Oder-Offensive im Januar 1945 brach die deutsche Front zusammen.

Historisch wertvolle Originalquelle
Die Akte des Bundesarchivs (Signatur RW 59/2953) dokumentiert die Kämpfe der 6. Volks-Grenadier-Division im Frühjahr 1945. Sie enthält den Ritterkreuz-Vorschlag für Generalmajor Otto Hermann Brücker mit originale Gefechtskarten sowie zeitgenössische Stellungnahmen der militärischen Führung.
Für diese Website besitzt die Quelle ganz besondere Bedeutung, da Johann Stubbe als Angehöriger der Fahr-Schwadron 1/6 in derselben Division diente. Die Dokumente vermitteln den historischen Rahmen seines Einsatzes während der letzten Kriegsmonate.
Nach dem heutigen Forschungsstand geriet Johann Stubbe in dieser Phase in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit
Nach seiner Gefangennahme wurde Johann Stubbe nicht unmittelbar nach Deutschland zurückgeführt.
Stattdessen musste er mehrere Jahre Zwangsarbeit im oberschlesischen Steinkohlenbergbau leisten. Die bisherigen Recherchen sprechen dafür, dass er in einem der großen Kohlengrubenkomplexe im Raum Hindenburg (heute Zabrze)eingesetzt war. Die genaue Grube ist Gegenstand laufender Archivforschungen.
Während dieser Zeit erlitt er bei einem schweren Grubenunglück lebensgefährliche Verletzungen.
Dabei verlor er ein Auge.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gelang es Ärzten einer Hamburger Augenklinik, wenigstens das zweite Auge zu erhalten.
Verwundungen
Aus den Familienüberlieferungen ist bekannt, dass Johann Stubbe während des Krieges durch einen Granatsplitter in der Brust verwundet wurde.
Der Splitter verblieb bis zu seinem natürlichen Tod in seinem Körper.
Bislang konnte diese Verwundung noch nicht durch archivarische Quellen belegt werden und ist daher Bestandteil der laufenden Forschungen. Unabhängig konnten dies jedoch mehrere seiner Kinder bestätigen.
Heimkehr
Nach mehreren Jahren sowjetischer Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit kehrte Johann Stubbe Anfang des Jahres 1948 nach Deutschland zurück.
Zitat:
Er wurde er mit Pferd und Wagen vom Aschendorfer Bahnhof abgeholt und auf Neuengland gebracht. Seine Tochter, meine Tante Lissi (Elisabeth) erkannte ihn nicht, seinen jüngsten Sohn, Onkel Heini hatte er noch nie gesehen. Mein Vater sah einen Mann am Fenster und sagte: Pape kommt…Tante Lissi sagte mal zu ihrer Tochter Moni: „er war ein fremder Mann vor dem wir Angst hatten“. Opa hätte geweint, wegen der ersten Ablehnungen.
Der genaue Verlauf seiner Heimkehr wird derzeit unter anderem durch Recherchen beim Deutschen Roten Kreuz, dem Museum Friedland, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv (Heimkehrerlager Gronenfelde), dem Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) in Polen, dem Landesarchiv Osnabrück sowie weiteren Archiven untersucht.
Forschung
Die Rekonstruktion seines Lebensweges erfolgt auf Grundlage zahlreicher Originalquellen. Dazu gehören unter anderem:
- Bundesarchiv
- Deutsches Wehrkundearchiv
- Deutsches Rotes Kreuz – Suchdienst
- Arolsen Archives
- National Archives and Records Administration (NARA, USA)
- Institut Pamięci Narodowej (IPN), Polen
- Staatsarchive in Polen
- Staatsarchiv Moskau (GARF)
- Russisches Staatliches Militärarchiv Moskau (RGVA)
- Museum Friedland
- Brandenburgisches Landeshauptarchiv
- Landesarchiv Osnabrück
- weitere nationale und internationale Archive
Mehrere Anfragen befinden sich derzeit noch in Bearbeitung. Deshalb wird diese Dokumentation fortlaufend ergänzt und aktualisiert.
Wehrmacht
Gesicherter militärischer Werdegang
- ✅ Grenzwacht-Regiment 6
- ✅ Landesschützen-Bataillon 487
- ✅ Feld-Ersatz-Bataillon 6
- ✅ Aufklärungs-Abteilung 6
- ✅ Reiterverband Boeselager
- ✅ Kavallerie-Regiment Mitte
- ✅ Fahr-Kolonne 5/6
Dienstgrade
- ✅ Obergefreiter (Beförderung am 30.01.1943 – Quelle: Bundesarchiv)
- ✅ Unteroffizier (Quelle: Suchdienst Deutsches Rotes Kreuz)
✅ Auszeichnungen:- Kriegsverdienstkreuz II. Klasse
- Medaille „Winterschlacht im Osten 1941/42“


Seinen Überlebensweg im 2. Weltkrieg habe ich hier mit dieser Karte nachgezeichnet. Diese Karte entspricht dem aktuellen Wissensstand und wird ständig aktualisiert.

KI-generiert
Neue Erkenntnisse des DRK-Suchdienstes
Durch die Auskunft des Deutschen Roten Kreuzes – Suchdienst konnte der Zeitraum der sowjetischen Kriegsgefangenschaft sowie die Rückkehr Anfang 1948 weiter abgesichert werden. Die DRK-Unterlagen ergänzen die Erkenntnisse aus den Beständen des Bundesarchivs und bilden eine wesentliche Grundlage für die weitere Rekonstruktion des Lebensweges von Johann Stubbe. Der DRK-Suchdienst stützt sich dabei unter anderem auf Heimkehrerbefragungen sowie auf seit den 1990er Jahren erschlossene russische Archivbestände.

Originalbild der Familie