An dieser Stelle erzähle ich Anekdoten die das Leben schreibt, mal zum schmunzeln, mal nachdenklich.
Hermann und das Fahrrad am Reeder Bahnhof.
Mein Vater, Johann Stubbe jun. hatte sich nach seiner Lehre auf die Walz begeben und ist in Münster in Nordrhein Westfalen tätig geworden. Er arbeitete dort in der Schneiderei. Hier lernte er Mama kennen und lieben. Am Wochenende jedoch ging es nach Hause ins Emsland und Mama führ mit. Gemeinsam setzte man sich in den Zug nach Aschendorf. Dort stand das Fahrrad meines Vaters am Bahnhof abgestellt. Da Mama mit war musste mein Cousin Hermann dann immer mit dem Fahrrad zum Bahnhof radeln und sein Fahrrad an Mama übergeben. Er selbst musste dann bei meinem Vater auf dem Gepäckträge mit zurück fahren.
Der „Zátopek aus dem Emsland“

Wer in den 1950er- und 1960er-Jahren im Emsland Leichtathletik verfolgte, kam an einem Namen kaum vorbei: Stubbe. Ob auf der Laufbahn oder beim Straßenrennen – er gehörte zu den schnellsten Läufern seiner Generation.
Bei Volksläufen, Straßenrennen und Leichtathletikveranstaltungen war mein Vater ein bekanntes Gesicht. Mit außergewöhnlicher Ausdauer, großem Ehrgeiz und unermüdlichem Trainingsfleiß erarbeitete er sich einen Ruf, der weit über die Grenzen des Emslandes hinausreichte. Viele nannten ihn schlicht den „schnellen Stubbe“. Noch größer war jedoch die Anerkennung, wenn man ihn respektvoll den „Zátopek aus dem Emsland“ nannte. Dieser Spitzname war eine besondere Auszeichnung. Er bezog sich auf den tschechoslowakischen Ausnahmeathleten Emil Zátopek, der bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki Sportgeschichte schrieb. Zu den Höhepunkten der sportlichen Laufbahn meines Vaters gehörte der Sieg beim traditionsreichen Straßenlauf „Rund um Münster“ im Jahr 1958. Die Siegerplakette erinnert bis heute an diesen Erfolg. Der „Zátopek aus dem Emsland“ – diesen Beinamen verlieh keine Urkunde und keine Medaille. Er wurde von den Menschen vergeben, die ihn laufen sahen. Ein größeres Kompliment konnte ein Läufer damals kaum erhalten.